“Der Empfänger macht die Botschaft” heißt nicht, dass der Sender keine Kontrolle über seine Aussagen hat. Es bedeutet allerdings, dass die gesendete und die verstandene Botschaft sehr unterschiedlich sein können. Vielleicht könnte die folgende Situation ja mal Thema auf einer Fortbildung für Einzelhandelsmitarbeiter*innen sein …

Supermarkt, Schlange an der Kasse 1, andere Kassen zu, also ab zur Selbstbedienung-Scan-Kasse. Wursttüte durchgezogen, piep – Joghurt durchgezogen, piep – Marmelade durchgezogen – und auf dem Rückweg leider noch einmal, piep-piep. Kann der Kunde nicht selbst korrigieren, also kommt die Kassenaufsicht mit ihrem professionellen Lächeln: „Kann ich Ihnen helfen, junger Mann?“ Diese durchaus freundlich gemeinte Botschaft kam bei mir (Ü65) allerdings an wie ein mitleidiges „Na, Opa, kommst du mit der neuen Technik nicht zurecht?“

Grafiken: Friedemann Schulz von Thun: Miteinander Reden. 1: Störungen und Klärungen. Reinbek bei Hamburg 1981, S. 25ff

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.